Buch des Jahres

Der Preis „Buch des Jahres“ wird nicht mehr vergeben. Es gibt einen neuen Preis „Debüt des Jahres“

Buch des Jahres 2010 an Daniela Dröscher –
Sonderpreis der Jury an Ute Bales

Der Preis „Buch des Jahres 2010“ im Wert von 1500,- € geht an Daniela Dröscher für ihren Erzählband „Gloria“ (Berlin Verlag). Ute Bales erhält für ihren Roman „Peter Zirbes“ (Rhein-Mosel-Verlag) den Sonderpreis der Jury in Höhe von 500,- €.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der 10. Rheinland-Pfälzischen Literaturtage am Samstagabend, den 14. Mai 2011 in Koblenz auf dem BUGA-Gelände statt.

Die Jury begründet ihre Entscheidung zugunsten von Daniela Dröscher mit der außergewöhnlichen schriftstellerischen Begabung, die sich in „Gloria“ zeigt:

Gloria„Manchmal entwirft ein einziger Satz eine ganze Welt: Die Menschen in Daniela Dröschers präzise beobachteten Erzählungen sind ständig in Bewegung, wollen der engen Welt, der gewohnten Umgebung entfliehen, um neue Territorien zu erkunden. Und dennoch ist die Sehnsucht spürbar, dort zu bleiben, wo sie sind. Kleine Momentaufnahmen geraten zu präzisen Beobachtungen von menschlichen Zwischenspielen. Gegenwart und Vergangenheit zerfließen ineinander, zeitlos wie Traumsequenzen, und richten unser Augenmerk darauf, dass das Jetzt aus vielen Zwischenstücken besteht. Daniela Dröschers hochkomprimierten Erzählungen haftet etwas Irritierendes an. Gleichzeitig geht von ihnen eine Sogwirkung aus, die den Leser so leicht nicht mehr loslässt.“
Daniela Dröscher wuchs in Becherbach bei Kirn auf und lebt als freie Autorin in Berlin.

Peter Zirbes„Ute Bales macht Vergessenes wieder lebendig. Es sind die einfachen Menschen, auf die sie ihre Aufmerksamkeit richtet. Sie schreibt über ‚Spintisierer’, die ein wenig aus der Reihe fallen und die hart um ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen - wie der dichtende Steinguthändler Peter Zirbes aus der Eifel, dessen entbehrungsreiches Leben aus der Retrospektive erzählt wird. Nicht romantisch verbrämt, sondern authentisch und mit einem feinen Gespür für Sprache, Landschaft und die dort lebenden Menschen nähert sich die Autorin diesem „ersten Dichter der Eifel“ an, der von 1825-1901 gelebt hat. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches zeitgeschichtliches Bild“, wertete die Jury.

Ute Bales ist in Borler/Eifel geboren und in Gerolstein aufgewachsen und lebt heute als Dozentin in Freiburg/Breisgau.

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Buch des Jahres 2009 für Ruth Johanna Benrath

Ruth Johanna Benrath für ihren Roman „Rosa Gott, wir loben Dich“ und Christoph Justinger für seinen Erzählungsband „Eine Stimme im Haus“ sind die Preisträger des Literaturpreises Buch des Jahres Rheinland-Pfalz/Saar für das Jahr 2009.

Rosa Gott, wir loben DichDie in Mainz aufgewachsene und heute als Universitätsdozentin in Berlin lebende Ruth Johanna Benrath erhält den mit 1.500 € dotierten Hauptpreis für ihren ebenso einfühlsamen wie humorvollen Kindheits- und Jugendroman „Rosa Gott, wir loben Dich“, der aus einem ironischen Blickwinkel die prägenden Jahre eines Mädchens im Deutschland der achtziger Jahre nachvollzieht. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Erzähltechnik der Autorin, durch die selbst bei der Schilderung der allerintimsten Momente im Leben der jugendlichen Heldin die nötige Distanz gewahrt bleibt, um den Text nicht ins Voyeuristische abgleiten zu lassen. Hier sei der seltene literarische Spagat zwischen schmerzlicher Nähe und künstlerischer Abstraktion gelungen, ließ die Jury verlauten.

Eine Stimme im HausEine ganz andere, aber genauso fesselnde Sprache sei die des Kaiserslauterer Autors Christoph Justinger. Originell, lyrisch und kraftvoll erzählten dessen Kurzgeschichten von menschlichen Abgründen, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Daher wurde sein Erzählungsband „Eine Stimme im Haus“ mit dem in diesem Jahr mit 1.000 € dotierten Nachwuchspreis ausgezeichnet. Der Nachwuchspreis geht traditionell an Autorinnen und Autoren jeden Alters, wenn sie, wie Justinger, ein literarisches Debüt vorlegen. Justinger wurde 1962 geboren und hatte bisher erst in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht.

Seit 2005 existiert die Auszeichnung in ihrer jetzigen Form; früher war der Preis auf Rheinland-Pfalz beschränkt. Federführend in der Organisation ist das 2006 gegründete Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar e.V., eine der wichtigsten regionalen Organisationen, die sich der Literaturförderung widmet. Preisträger der letzten Jahre waren unter anderem Thomas Lehr, Andreas Dury, Christopher Ecker und Jörg Matheis.

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Die bisherigen Preisträger

1989: Werner Laubscher mit „Wortgeflecht und Lautbeiß“ (Thomas Plöger Verlag)

1990: Heinz G. Hahs mit „ISH'ban“ (Verlag Halfmann und Scheidel)

1991: Irina Wittmer mit „Eine Wintergeschichte für H. Die durch Wiederholung entstehende Bewegung“ (Patio Verlag)

1992: Wolfgang Stauch mit „Eine schlechte Geschichte“ (Suhrkamp Verlag)

1993: Thomas Lehr mit „Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade“ (Verlag Rütten & Loening)

1994: Dieter M. Gräf mit „Rauschstudie: Vater + Sohn“ (Suhrkamp Verlag)

1995: Armin Peter Faust mit „Der Flügel der Nike“ (Rhein-Mosel-Verlag)

1996: (entfallen)

1997: Michael Bauer mit „Heimat-Maladie“ (Gollenstein Verlag)

1998: Sabine Appel mit „Im Feengarten. Goethe und die Frauen“ (Deutsche Verlags-Anstalt)

1999: Thomas Lehr mit „Nabokovs Katze“ (Aufbau-Verlag) und Arthur Schütt mit „Flugwörter und Zeilenrisse“ (Verlag Engel der Poesie)

2000: Anke Velmeke mit „Luftfische“ (C.H. Beck); Sonderpreis der Jury: Gabriele Weingartner mit „Bleiweiß“ (C.H. Beck); Förderpreis: Tobias Hülswitt mit „Saga“ (Kiepenheuer & Witsch)

2001: Thomas Lehr mit „Frühling" (Aufbau-Verlag) und Markus R. Weber mit „Naturreich Vorhölle“ (Verlag Ulrich Keicher); Sonderpreis: Heiner Feldhoff mit „Kafkas Hund oder Der Verwirrte im Sonntagsstaat“ (Klöpfer & Meyer)

2002: Dieter M. Gräf mit „Westrand“ (Suhrkamp Verlag); Sonderpreis: Norbert Scheuer mit „Flussabwärts“ (C.H. Beck)

2003: Andreas Dury mit „Schachtelkäfer" (Edition Topicana); Sonderpreis: Jörg Matheis mit „Mono“ (C.H. Beck)

2004: Wolfgang Schömel mit „Ohne Maria“ (Klett-Cotta); Sonderpreis: Tobias Hülswitt mit „Ich kann dir eine Wunde schminken“ (Kiepenheuer & Witsch)

2005: Gabriele Weingartner mit „Die Leute aus Brody“ (Verlag Das Wunderhorn); Sonderpreis: Christa Estenfeld mit „Buffalo Bills Sattel“ (Edition Artfusion)

2006: Gerd Forster mit „Fliehende Felder“ (Edition Schrittmacher im Rhein-Mosel-Verlag); Sonderpreis: Sabine Peters mit „Singsand“ (Wallstein Verlag)

2007: Christopher Ecker mit „Madonna“ (Mitteldeutscher Verlag); Sonderpreis: Marcus Braun mit „Armor“ (Suhrkamp Verlag)

2008: Jörg Matheis mit „Ein Foto von Mila“ (C.H.Beck Verlag); Sonderpreis wurde nicht vergeben

2009: Ruth Johanna Benrath für ihren Roman „Rosa Gott, wir loben Dich“ und Christoph Justinger für seinen Erzählungsband „Eine Stimme im Haus“

2010: Daniela Dröscher – Gloria“ (Berlin Verlag),
Sonderpreis an Ute Bales „Peter Zirbes“ (Rhein-Mosel-Verlag)