Der Lite­ra­tur­preis Debüt des Jahres des Lite­ra­tur­werks Rhein­land-Pfalz-Saar geht in diesem Jahr an die Autorin Janine Ado­meit für ihren 2021 im DTV Verlag erschie­nenen Debüt-Roman Vom Ver­such, einen sil­bernen Aal zu fangen.

Die Bewohner*innen der fik­tiven rhein­land-pfäl­zi­schen Stadt Vill­rath, nahe dem Ahrtal gelegen, geben die Hoff­nung nicht auf, dass die berühmte Mari­en­quelle, die nach einem Erd­beben ver­siegte, wie­der­be­lebt und der frü­here Wohl­stand in die Stadt zurück­ge­holt werden kann. Ent­spre­chend groß sind die Erwar­tungen, als anläss­lich von Bau­ar­beiten der Bahn ver­meint­lich die alte Quelle wie­der­ent­deckt wird. Das ist der Rahmen einer Geschichte, in der sich ebenso prä­zise wie span­nend eine Milieu­studie über eine von der Politik ver­ges­sene Stadt und deren Men­schen mit ihren Träumen und Hoff­nungen auf ein bes­seres Leben — unter Ein­bin­dung einer gehö­rigen Por­tion Lokal­ko­lorit -, entfaltet.

In ihrem Debüt, so die Jury in ihrer Begrün­dung, ist es Janine Ado­meit gelungen, in sprach­lich beein­dru­ckender wie auch authen­ti­scher Weise die Zer­brech­lich­keit von Lebens­träumen anhand von tra­gi­schen Lebens­läufen und skur­rilen Figuren auf eine trag­ko­mi­sche und psy­cho­lo­gisch tief­grün­dige Weise dar­zu­stellen. Man spürt beim Lesen die Erzähl­freude von Janine Ado­meit, so die Jury, und ihre Lust am lie­be­voll-iro­ni­schen Blick auf die Bewohner*innen einer ver­lo­renen Stadt, die alle­samt einen Hang dazu haben, sich auf ihrem Weg zum Glück selbst im Weg zu stehen. Das Debüt setze sich mit den ver­schie­denen Facetten des Schei­terns und des Neu­be­ginns, dem Miss­trauen gegen­über den eigenen Fähig­keiten, aber auch dem Behar­rungs­ver­mögen und letzt­lich dem Zusam­men­halt der Men­schen in Vill­rath in einer preis­wür­digen Weise auseinander.

Janine Ado­meit, Jahr­gang 1983, wurde in Köln geboren und stu­dierte Literatur- und Sprach­wis­sen­schaft. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Tex­terin in Flensburg.

Der Jury gehörten an: die Autorin Alena Wag­nerova (Saar­brü­cken), die Autorin und 1. Vor­sit­zende des Lite­ra­tur­werks Rhein­land-Pfalz Saar, Bri­gitta-Dewald-Koch (Mainz), der Kul­tur­re­fe­rent im rhein­land-pfäl­zi­schen Kul­tus­mi­nis­te­rium Michael Au (Mainz), der Lite­ra­tur­re­fe­rent im saar­län­di­schen Kul­tus­mi­nis­te­rium Jörg Sämann sowie die Kul­tur­jour­na­listin Andrea Dittgen (Saar­brü­cken).

Mit der Aus­zeich­nung ist ein Preis­geld in Höhe von 1.000 Euro ver­bunden sowie drei Lesungen in Orten in Rhein­land-Pfalz und im Saar­land. Die Lese­ter­mine sind dem­nächst auf der Web­seite des Lite­ra­tur­werks (www.literaturwerk.net) und des VS (vs-rlp.de und vs-saar.de) nach­zu­lesen.

Lite­ra­tur­werk Rhein­land-Pfalz-Saar
Der Vor­stand